Erhalten und Sichern

Seit Jahren verfällt das Lindener Kesselhaus. Mittlerweile hat sich überall im Gebäude und auf dem Kessel eine dicke Schicht von Taubenkot abgelagert, die sich mit dem durch Tauben aufgewirbelten Asbest-Staub vermischt hat. Beides zusammen ist eine aggressive Mischung, die dringend beseitigt werden muss, wenn dauerhafte Schäden an Gebäude und Kessel abgewendet werden sollen. Nach Auskunft von Experten kann hier nicht länger gewartet werden: Es muss jetzt und sofort gehandelt werden, um das letzte Zeugnis der Industriekultur an Ihme und Leine dauerhaft zu erhalten.

Da das Gebäude an sich keine grundlegenden Baumängel aufweist, ist der Sanierungsaufwand des Kesselhauses überschaubar, zumal die Kosten aufgrund neuer Technologien deutlich günstiger einzuschätzen sind als noch vor 25 Jahren. Während die Kosten im Jahre 1990 noch mit 800.000 DM beziffert wurden, veranschlagt ein Gutachten der Arbeitsgemeinschaft für Stadt- und Altbausanierung (AGSTA) für die Entsorgung von Asbest und Taubenkot zusammen aktuell 150.000 Euro. Eine fachgerechte Entsorgung der maroden Ummantelungen und der kontaminierten Flächen ist der erste Schritt zum Erhalt des denkmalsgeschützten Kesselhauses mit seinem einzigartigen Kessel. Gleichzeitig müssen die Fenster und das Dach saniert werden, damit das Gebäude dauerhaft erhalten und gesichert werden kann.

Bis Mitte 2016 soll ein grundständiges Sanierungskonzept umgesetzt werden, von der Planung über die Mittelakquise bis hin zur Sanierung. Unter grundständiger Sanierung wird die Beseitigung der Altlasten im Gebäude und die Sicherung des Gebäudes verstanden, so dass es gefahrlos begehbar ist und weitere Schädigungen ausgeschlossen werden können. Nach Auskunft der AGSTA würde die Beseitigung der Altlasten nur wenige Wochen in Anspruch nehmen, sobald die Finanzierung gesichert ist. Ziel ist es, das Kesselhaus am Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2016, neu zu eröffnen und zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.