Der Kessel – eine technische Rarität

Das Herzstück der ehemaligen Bettfedernfabrik Werner & Ehlers ist das Kesselhaus. Es liegt vom Haupttor aus gesehen am hinteren Ende des Fabrikgeländes, gegenüber dem Zusammenfluss von Ihme und Leine. Der monumentale Ziegelbau mit seinem 51 Meter hohen Turm steht auf einer Grundfläche von 42 Quadratmetern und hat drei Geschosse. Die Kesselhöhe beträgt 8 Meter.

Ein ausgesprochenes Kleinod der Technik-Geschichte befindet sich im Inneren des Kesselhauses: der Drei-Trommel-Steilrohrkessel, wahrscheinlich weltweit einzigartig in seiner Bauweise. Dieser 1927 von der Firma Möller aus Brackwede bei Bielefeld gebaute Kessel war nur bis Ende der 1930er Jahre im Betrieb. Technisch betrachtet ist der Kessel eine Rarität, da er “einen wichtigen Entwicklungsschritt zwischen den bisherigen Schrägrohrkesseln, den daraus weiter entwickelten Zwei-Trommel-Steilrohr/Strahlungskesseln und den später verwendeten reinen Strahlungskesseln mit nur einer Obertrommel” darstellt.

(Eberhard Lantz, Kessel-Experte aus Bamberg)

Kesselhaus und Kessel der Bettfedernfabrik stehen wie auch weitere Gebäude des heutigen Kulturzentrums Faust unter Denkmalschutz. Doch während es den Betreibern des Kulturzentrums gelungen ist, große Teile des Areals wie die Warenannahme, die nach dem Architekten Ernst Zinsser benannte Zinsser-Halle oder die heutige 60er-Jahre Halle mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen und viel Eigeninitiative umzubauen und neu zu nutzen, steht die Sanierung des Kesselhauses noch aus. Immerhin konnte 1997 der Schornstein restauriert werden.